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10. Januar 2018

Historie | 70 Jahre VPT – Rückblick auf den bewegenden Beginn

Historie | 70 Jahre VPT – Rückblick auf den bewegenden Beginn

Autor: Oliver Peters

Im Oktober wird der VPT 70 Jahre „jung“. Dieses runde Jubiläum nehmen wir zum Anlass, die sieben Jahrzehnte Revue passieren zu lassen. Es waren spannende, arbeits- und erfolgreiche Jahre. Nicht immer konnte das gesetzte Ziel erreicht werden, aber immer wurde das Beste gegeben, um das größtmögliche für diejenigen zu erreichen, die uns am wichtigsten sind – unsere Mitglieder.

Der Grundstein für den VPT wurde bereits am 29. Oktober 1948 gelegt. Die Arbeitsgemeinschaft der Landesverbände Gesundheitsdienst in der britischen Besatzerzone traf sich im hannoverischen Palast Hotel „Rheinischer Hof“ und beschloss dort die Notwendigkeit eines Zusammenschlusses zu einem Zonenverband. „Existenzkampf gegen den Druck der Ärzteschaft (Ärztekammer) sowie der Kampf mit den Krankenkassen“ wurden als Hauptgründe genannt und nach eingehender Diskussion einstimmig angenommen.

Bereits am nächsten Tag sollte der Organisationsplan von Herrn Baldus (Geschäftsführer des Landesverbandes Niedersachsen für Angehörige der ärztlichen Hilfsberufe) bei der Gründerversammlung in die Tat umgesetzt werden. Die anwesenden 17 Gründungsmitglieder stimmten einstimmig folgendem Wortlaut zu:

„In Erkenntnis der Notwendigkeit des beruflichen Zusammenschlusses der Angehörigen der ärztlichen Hilfsberufe in der britischen Zone zur Sicherung der Grundlagen des gesamten Berufsstandes und zur wirksamen Behandlung aller damit verbundenen Fragen wurde … die Gründung eines Berufsverbandes unter dem Namen Nordwestdeutscher Verband Medizinischer Hilfsberufe vollzogen.“

Zum ersten Vorsitzenden wurde Eduard Krimberg gewählt und der neue Verband mit Sitz in Hamburg in das Vereinsregister eingetragen.

Im Jahr 1950 beschloss die Beiratssitzung in Recklinghausen, dass der Wirkungsbereich von den Ländern Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet wird. Am 20. Mai des da­rauffolgenden Jahres wurde der Name in Verband Medizinische Hilfsberuf e.V. geändert und eingetragen. 1956 kam noch der Zusatz Vereinigung für Physiopraktiker hinzu.

1950 Beschluss zur bundesweiten Verbandstätigkeit

1964 fand ein Wechsel in der Verbandsführung statt. Friedrich Briel wurde am 9. Mai zum Präsidenten gewählt. Krimberg, welcher für seine fast 15-jährige Verbandstätigkeit inzwischen das Verdienstkreuz 1. Klasse erhalten hatte, wurde im darauffolgenden Jahr zum Ehrenpräsidenten gewählt. 

Ebenfalls 1965 wurde auf der Beiratssitzung ohne Gegenstimme beschlossen, den Verband in Verband Deutscher Physiotherapeuten e.V. umzubenennen. Ein Beschluss, welcher nicht ohne Folgen bleiben sollte. Bereits ein Jahr später erhoben Bundesärztekammer und der Zentralverband Krankengymnasten e.V. Einwände gegen die Namensänderung und es kam zu einem langjährigen Rechtsstreit.

Im Mai 1970 wurde Walter Nordbrink zum Nachfolger des bereits im Vorjahr erkrankten Briels gewählt. 1975 folgte dann Bruno Blum, nach dem plötzlichen Tod Nordbrinks, als Vorsitzender des VDP e.V.
Der inzwischen fast 10 Jahre andauernde Rechtsstreit um den Verbandsnamen sowie die damit angedrohte Löschung führten zu einem weiteren Wechsel. Ab Februar 1976 hieß es dann: Verband Physikalische Therapie – Bundesvereinigung für Masseure, Masseure und medizinische Bademeister, Krankengymnasten e.V.

1978 – 1980 entwickelte sich das VPT-Fachmagazin, welches ohne Zusatzkosten den Mitgliedern zur Verfügung gestellt wurde.

1981 standen Neuwahlen an und der bisherige Präsident Blum konnte aufgrund eines zweifelhaften Gerichtsbeschlusses nicht kandidieren. Rudi Arenz wurde als einziger Kandidat und Nachfolger des vom Amtsgericht bestellten Notvorstands Günter Schmidt gewählt. Bereits nach wenigen Monaten wurde Bruno Blum allerdings auf einer erneuten außerordentlichen Beiratstagung und nach Beilegung der Rechtsstreitigkeiten erneut zum Vorsitzenden des VPT gewählt.

Die Bundesgeschäftsstelle im Hamburger Hofweg wurde 1985 bezogen und der VPT wird von dort bis heute verwaltet. Im gleichen Jahr wurde die VPT Akademie in Fellbach-Schmiden bei Stuttgart gegründet.

Im Mai 1990 nahm mit Dr. Gerstenberg erstmals ein Teilnehmer des neu gegründeten Büro DDR an der Beiratssitzung teil. Gleichzetig wurde aktiv am Aufbau einer Landesgruppe Brandenburg gearbeitet. Darüber hinaus gab es zahlreiche Aktivitäten seitens des VPT zur Hilfe der DDR-Physiotherapeuten. Der Grundstein für zukunfstsorientierte Berufspolitik unter dem Dach des VPT war gelegt. Im Rahmen derselben Beiratssitzung wurde der Name einstimmig auf Verband Physikalische Therapie – Vereinigung für die physiotherapeutischen Berufe (VPT) e.V. geändert. Diesen Namen trägt unser Verband bis heute.   

Bereits 1991 nahmen an der Beiratsversammlung erstmals 15 Landesgruppen aus dem gesammten Bundesgebiet teil. Der VPT war damit der erste gesamtdeutsche Verband in der Physiotherapie. Im gleichen Jahr wurde die Sektion Blinde und Sehbehinderte im VPT gegründet.

1994 war der VPT maßgeblich an der Entstehung des in Kraft tretenden neuen Berufsgesetzes „Gesetz über die Berufe in der Physiotherapie“ (Masseur- und Physiotherapeutengesetz MPhG) beteiligt. Der VPT konnte im Rahmen der Verhandlungen die verkürzte Ausbildung vom Masseur/med. Bademeister zum Physiotherapeuten durchsetzen.

Gemeinsam mit fünf weiteren Verbänden gründete der VPT 1997 die Bundesarbeitsgemeinschaft der Heilmittelverbände e.V. (BHV). Ebenfalls Gründungsmitglied war der VPT 2004 bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Osteopathie (BAO) e.V., die als Dachverband der in Deutschland führenden Osteopathie-Verbände und -Schulen die Interessen der Osteopathen vertrat. Hier ist der VPT inzwischen ausgetreten.

Im Juni 2011 wurde der jetzige Präsident Karl-Heinz Kellermann einstimmig gewählt. Dem langjährigen Präsidenten Bruno Blum wurden 3 Jahre später des Verdienstkreuz 1. Klasse, sowie die Ehrenmitgliedschaft im VPT verliehen.

Ebenfalls 2014 war der VPT wiederum Gründungsmitglied des „Spitzenverbands der Heilmittelverbände e.V“, welcher die Nachfolgeorganisation des BHV ist.

2018 feiern wir nun also das 70. Jubiläum des VPT – und die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende …

Fortsetzung folgt – in der Februar-Ausgabe des VPTMAGAZINs.


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