Donnerstag, 22. Februar 2018

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12. Februar 2018

Stellungnahme zum BvT-Demoaufruf

Stellungnahme zum BvT-Demoaufruf
Foto: iMAGINE / Adobe Stock

„Wo sind die Verbände?“ „Interessiert sich der VPT nicht dafür?“ So, oder so ähnlich lesen wir derzeit immer wieder. Grund ist der Demoaufruf des BvT. Wir möchten hier einmal ganz kurz Stellung beziehen, warum wir uns nicht an der geplanten Demonstration beteiligen.

Der VPT bemüht sich seit Jahrzehnten um das Wohl der Berufsangehörigen der physiotherapeutischen Berufe. Bedenken Sie dazu bitte: Die Verhältnisse im deutschen Gesundheitswesen sind jedoch kein Wunschkonzert der Physiotherapie alleine, auch alle anderen Gesundheitsbereiche ringen um ihre Existenz. Das ist wie in der großen Politik: Am Ende stehen Kompromisse – so ist das in der Demokratie. Das Gegenteil wäre ein Diktat per Staatsmedizin.

Die Politik hat nach unseren jahrelangen intensiven Bemühungen endlich die Schieflage in der Physiotherapie begriffen. Dazu geführt haben die zahllosen Gespräche unserer ehrenamtlich tätigen Funktionäre in den Landtagen, den einzelnen Staatsministerien, dem Bundesministerium, den Kassenärztlichen Vereinigungen, den Ärztekammern, den einzelnen Kassenverbänden, die vom VPT und den anderen Verbänden geführten Kampagnen – kurz bei allen Entscheidern.

Das Thema Heilmittel ist in der Politik inzwischen präsent - aufgebaut auf diesem langen und mühsamen Weg des gegenseitigen Vertrauens.

Wir haben durch des HHVG bundesweit beim vdek 30% Vergütungssteigerung und den vollständigen Ost-West-Vergütungsangleich erreicht. In vielen Bundesländern ebenso hohe Vergütungssteigerungen bei den Regionalkassen durchgesetzt. Wir haben Schiedsverfahren auf den Weg gebracht, wo dieses Ziel durch zähe Verhandlungen mit den Kassen noch nicht erreicht werden konnte. Die Erstattung der Beihilfe soll bundesweit auf über 30% angehoben werden, eine neue Befundposition wurde darin installiert, die KG auf 30 Minuten angehoben und eine neue Palliativ-Position eingeführt, es fehlt nur noch die Umsetzung in den einzelnen Bundesländern.

Darüber hinaus haben wir uns – im Bewusstsein der Solidarität für den Berufsstand – Verbände-übergreifend bundesweit gebündelt und in Zusammenarbeit mit dem Institut für Gesundheitsökonomik, geleitet von Prof. Neubauer, und die betriebswirtschaftliche Erfassung und Auswertung der Praxisdaten und Praxisumsätze von physiotherapeutischen Praxen erhoben. Die Ergebnisse hatten wir ausgehend von Bayern bereits erfolgreich für die zurückliegenden Gebührenverhandlungen als eine fundierte Argumentationsgrundlage genutzt. Ebenso für die Information der Politik bei der Entstehung des HHVH. Besonders Bedeutsam werden diese repräsentativen Umfrageergebnisse für die künftigen Vergütungsverhandlungen in allen Bundesländern und für die Zeit nach der (bisher noch) befristeten Ablösung der Grundlohnsummen-Anbindung. Wir stimmen hierfür gerade die nächste bundesweite Wirtschaftlichkeitsumfrage ab.

Die kostenfreie Ausbildung ist uns bereits durch die Politik zugesagt, wir arbeiten z.B. aktuell an der Ausbildungsreform und den Modellregionen zur Blanko-Verordnung in den Bundesländern, ebenso an der Überarbeitung zur besseren Handhabbarkeit und Vereinfachung des Heilmittelkataloges und einigen Bereichen mehr.

Dies alles bedeutet zahlreiche Sitzungen und Gespräche mit den jeweilig zuständigen Bereichen und Entscheidern in der Politik, bei den Kassen und der Ärzteschaft.

Um hier konsentiert, glaubhaft und schlagkräftig zu agieren haben wir uns seit Jahren als seriös arbeitende Verbände im SHV gebündelt, mit Verstand zusammengefunden und vertreten mehr als 75.000 Mitglieder. Wir werden von den Entscheidern akzeptiert und sind in die Entwicklungsprozesse eingebunden. Hierfür verwenden wir Satzungsgemäß unsere Mitgliedsbeiträge – und danken unseren Mitgliedern für ihre Solidarität und Unterstützung dieser Arbeit.

Es erscheint uns nicht hilfreich im Endeffekt gegen die Entscheider öffentlich auf der Straße zu demonstrieren, um dann nach der Demonstration aber wieder an deren Tür zu klopfen und um weitere konstruktive Gespräche zu bitten. Wir können unsere Forderungen nicht diktieren/erzwingen, wir müssen sie vernünftig verhandeln. Dazu sind ein klarer Kopf, ein gutes Zusammenhangsverständnis und zumeist ein langer Atem nötig.

Der Politik ist es bereits bewusst, dass das im Grunde gelungene HHVG weiterer Nachbesserungen bedarf, dazu sind wir bereits mit den Entscheidern im Dialog. Es gilt diesen mit ersten spürbaren Erfolgen gekrönten Weg verantwortungsvoll weiter zu gehen. Dazu ist auch weiterhin das gegenseitige Respektieren und Vertrauen die Basis.

Alle Therapeuten sind herzlich eingeladen sich hier mit uns kollegial und konstruktiv für diese umfangreichen Aufgabengebiete einzubringen. Uns ist klar, dass nicht jeder Kollege/in sich aktiv in die Verbandsarbeit einbringen will oder kann. Jedoch auch eine passive Mitgliedschaft unterstützt unsere sehr vielseitigen Zeit- und Kostenintensiven Aktivitäten allein durch die Entrichtung des Mitgliedsbeitrages, wofür wir wirklich jedem Einzelnen herzlich danken. „Berufsverband“ verstehen wir weiterhin als den Zusammenschluss von Berufsangehörigen und als dessen Aufgabe die Vertretung der Interessen der Berufsangehörigen. Gemeinsam sind wir stark und gemeinsam erreichen wir mehr.

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